Leben und Arbeiten in Frankreich

Offene Stellen in Frankreich

Hast du schon mal von der Redewendung „Leben wie Gott in Frankreich“ gehört?

Wenn du nach Frankreich auswanderst, wirst du schnell verstehen, woher dieses Sprichwort kommt. Das Land bietet dir viel Platz, hohe Berge und schöne Strände. Dazu kommt das gute Klima, die Weine und die französische Küche. Egal, ob du davon träumst, unter der Sonne des Mittelmeers zu leben oder durch die Straßen von Paris zu schlendern; die Kultur der Franzosen mit ihrem savoir-vivre findet sich im ganzen Land. Du bist neugierig? Lies hier mehr darüber, wie das Leben und Arbeiten in Frankreich ist.

Warum in Frankreich leben?

Ein Job in Frankreich – klingt das nicht verlockend? Das Land ist unglaublich vielfältig und bietet alles, was das Herz begehrt! Im Norden trifft man auf die beeindruckenden Klippen des Atlantiks sowie die größten Sanddünen Europas. Weiter südlich findet man an den Stränden von Biarritz die perfekten Bedingungen fürs Surfen vor. Im tiefsten Süden Frankreichs wird man schließlich vom azurblauen Wasser des Mittelmeers überwältigt. Wer nun immer noch nicht überzeugt ist, dem eröffnet sich im Inneren des Landes zwischen den Metropolen das Ski-Paradies der Alpen. Dort hat man die Möglichkeit atemberaubende Gletscher, erloschene Vulkane, Wein- und leuchtende Lavendelfelder zu bestaunen.

Ebenfalls nicht zu vergessen ist die unverwechselbare Kultur des Landes mit ihren Kulturschätzen sowie der l’art de vivre à la française, die sich unter anderem durch ihren genussvollen Lebensstil auszeichnet. Die Franzosen sind in der Tat echte Feinschmecker. Zur typisch französischen Cuisine gehören nicht nur Froschschenkel oder das Foie gras, sondern auch andere Leckereien wie ofenfrische Croissants zum Petit-Déjeuner oder die zahlreichen Käsesorten wie Camembert oder Brie. Auch Baguette sowie ein guter Wein dürfen bei einem typischen Essen in Frankreich nicht fehlen. Letzteres gilt in Frankreich nicht nur als Nationalgetränk, sondern schon fast als eine Lebenseinstellung. Bei dem sehr geselligen französischen Volk ist es außerdem üblich, vor dem Essen erst einmal ein Glas Wein oder einen Pastis als Aperitif zu trinken. Die Franzosen lassen es sich also gerne gut gehen, nicht umsonst sind sie weltweit für ihr Savoir-vivre bekannt.

Dies ist auch beim Arbeiten in Frankreich spürbar, denn hier kann die Mittagspause schon einmal etwas länger dauern, was die gesetzliche 35-Stunden-Woche erklärt. Aber nur weil man in Frankreich 35 Stunden die Woche arbeitet, heißt es nicht, dass sie weniger schaffen als andere Länder. Das Leben und Arbeiten in Frankreich ist im Allgemeinen zwar etwas entspannter, aber das professionelle Berufsleben ist immer noch sehr stark von Hierarchie-Systemen geprägt. Dies bedeutet in der Praxis, dass man sich seinem Vorgesetzten gegenüber immer sehr respektvoll verhält und ihm meist Recht gibt. 

Wissenswertes über Frankreich

  • Sprache: Französisch
  • Währung: Euro
  • Hauptstadt: Paris
  • Bevölkerung: 67 Millionen Einwohner
  • Berühmt für: Wein, Käse, Mode und die Tour de France
  • Gut zu wissen: Die Hälfte aller Verkehrskreisel der Welt befindet sich in Paris!
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Quelle: Eurostat

Arbeiten in Frankreich

Arbeitsbedingungen

Arbeiten im Ausland bedeutet oftmals andere Arbeitsbedingungen als im Heimatland. In Frankreich beträgt die Arbeitszeit mindestens 35 Wochenstunden. Die Franzosen machen gerne lange Sommerferien und nehmen sich nach einem Urlaub oft einen zusätzlichen Tag frei. Es gibt relativ viele Feiertage.

In Deutschland und Österreich sind die Mittagspausen eher kurz. In der Regel maximal eine Stunde und oftmals mit selbst mitgebrachtem Essen. In Frankreich ist das ganz anders. Essen ist wichtig, also lassen sich die Franzosen auch Zeit dafür! Oft wird ein komplettes 3-Gänge-Menü verzehrt – also Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise mit einer Flasche Wein. Oft werden dabei arbeitsbezogene Dinge besprochen. 

Sobald du eine Arbeit in Frankreich annimmst, bist du natürlich dazu verpflichtet, Steuern zu zahlen. Dort herrscht das gleiche progressive System wie in Deutschland: Je mehr du verdienst, desto mehr Steuern musst du zahlen. Die ersten 9800 Euro sind steuerfrei, danach liegt der Steuersatz zwischen 14% und 45%.

Darf man in Frankreich am Wochenende arbeiten?

In der Regel gibt es in Frankreich – ähnlich wie in Deutschland – ein Verbot für die Sonntagsarbeit. Ein Arbeitnehmer hat Anspruch auf eine ununterbrochene tägliche Ruhezeit von 11 Stunden und auf eine ununterbrochene wöchentliche Ruhezeit von 35 Stunden, so dass der sich daraus ergebende wöchentliche Ruhetag grundsätzlich am Sonntag gewährt wird. Es gibt jedoch zahlreiche Ausnahmen von dieser Regel, die das französische Recht vorsieht.

Es gibt zahlreiche Produktionsbetriebe aus verschiedenen Branchen wie Energie, Metall, Chemie und Lebensmittel) sowie Hotels, Restaurants und Blumenläden, die auch am Sonntag geöffnet sein dürfen. Auch in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen können Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit für Industriebetriebe festgelegt werden, die aus betrieblichen Gründen in kontinuierlichen Schichten arbeiten.

Ein Unternehmen kann weitere Ausnahmen von der Sonntagsarbeit beantragen, sofern seine Haupttätigkeit so beschaffen ist, dass die Nichtarbeit an Sonntagen der Öffentlichkeit schaden oder den Betrieb des Unternehmens gefährden würde. Ein einfaches wirtschaftliches Interesse des Unternehmens ist jedoch nicht ausreichend.

In Gebieten mit hohem Touristenaufkommen, in Gewerbegebieten und in Bahnhofsbereichen kann sonntags gearbeitet werden, sofern die zuständigen Behörden sie ausdrücklich als solche ausweisen.

Gehalt in Frankreich

Jobs in Frankreich haben einen garantierten Mindeststundenlohn, den sogenannten SMIC (Salaire Minimum Interprofessionnel de Croissance). Als Arbeitnehmer darf dir nicht weniger als dieser Betrag gezahlt werden. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 10,54 € pro Stunde und 1599 € pro Monat (jeweils Brutto). Für einen Kundendienstmitarbeiter liegt das Durchschnittsgehalt bei etwa 1700 € pro Monat.

Die Lebenshaltungskosten in Frankreich sind etwas höher als in Deutschland und Österreich, aber deutlich tiefer als in der Schweiz. Wer beim Kauf von Lebensmitteln etwas Geld sparen möchte, der kann sich auf den wöchentlichen Märkten mit frischem Obst und Gemüse, Fisch und anderen Spezialitäten eindecken.

Sozial- und Krankenversicherung und Rente

Dein Arbeitgeber meldet dich bei der nationalen Krankenkasse, der Caisse Nationale d’Assurance Maladie (CNAM), an, sobald du deine Arbeit in Frankreich aufnimmst. Versichert sind Arbeitsunfälle, Krankheit, Mutterschaft und Rente. Dein Gehalt wird um den Betrag der Beiträge gekürzt. Die „Caisse Primaire d’Assurance“ (CPAM) ist für die örtlichen Angelegenheiten der CNAM zuständig.

In Frankreich gibt es wie in Deutschland eine Krankenversicherungskarte, die „Carte Vitale“. Wenn du krank wirst, musst du zunächst wie ein Privatpatient in Deutschland das Arzthonorar und die Medikamentenkosten bezahlen.

Das Nettogehalt (salaire net) in Frankreich bezieht sich auf das Gehalt, das du nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge erhältst, nicht auf das Gehalt nach Abzug der Einkommensteuer.

Die CPAM erstattet normalerweise 75 % der Kosten zurück. Deshalb kann eine zusätzliche Versicherung, die „Mutuelle“ oder „Caisse Mutuelle“ sinnvoll sein. Du hast allerdings erst einen Leistungsanspruch, wenn du Beiträge auf wenigstens 60 Stundenlöhne des gesetzlichen Mindestlohns oder innerhalb eines Monats oder in 30 aufeinander folgenden Tagen 60 Stunden Arbeit geleistet hast.

Solange du mindestens einmal pro Woche nach Deutschland zurückkehrst, kannst du in Bezug auf die Krankenversicherung als Grenzgänger gelten (nicht aber in Bezug auf die Einkommensteuer). Wenn du in Deutschland krankenversichert bist, hast du Anspruch auf alle Leistungen.

Arbeiten in Frankreich: Steuern

Frankreich erhebt keine Steuern an der Quelle, d. h. Sie erhältst dein gesamtes Gehalt, bevor die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Deine Steuererklärung muss bis zu einem bestimmten Termin im Frühjahr des Folgejahres eingereicht werden. Im Sommer bekommst du deinen Steuerbescheid und den Termin, bis zu dem die Steuer gezahlt werden muss. Ab dem zweiten Jahr der Tätigkeit in Frankreich sind die vierteljährlichen Zahlungen im Voraus zu leisten.

In Frankreich ist die Einkommensteuer viel niedriger als in Deutschland, so dass du bei gleichem Bruttogehalt weniger Einkommensteuer zahlen musst. Du kannst auch online berechnen, wie viel du im Voraus zahlen musst, was die Erstellung der Steuererklärung erheblich erleichtert.

Das deutsch-französische Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung stellt sicher, dass du nicht benachteiligt, wenn du in einem Jahr in beiden Ländern arbeitest. Das Abkommen besagt, dass du als Deutscher dein gesamtes Einkommen in Deutschland versteuern kannst, es sei denn, du arbeitest 183 Tage oder mehr in Frankreich. 

In Frankreich arbeiten als Deutscher, Österreicher oder Schweizer

Die Beherrschung der französischen Sprache ist eine Grundvoraussetzung, wenn man in Frankreich arbeiten möchte. Die Franzosen sind sehr stolz auf ihre Sprache, und von Ausländern, die in Frankreich wohnen, wird erwartet, dass sie sie lernen. Wenn du noch nicht Französisch sprichst, solltest du einen Intensivsprachkurs besuchen. 

Die gute Nachricht ist aber, dass es auch Stellen gibt, bei denen nur Englisch erforderlich ist. Für diese Stellen ist in der Regel ein hohes Maß an Fachwissen erforderlich. Auch Deutsch kann für einige Arbeitssuchende eine Möglichkeit sein: Wegen der Callcenter haben Europäer, die im Ausland Arbeit suchen, einen Joker in der Hand. Da der Kundendienst oft für Verbraucher in verschiedenen Ländern unter einem Dach angeboten wird, ist ein Job im Kundendienst eine häufige Wahl für Europäer, die eine Stelle im Ausland suchen. Falls auch du noch deinen Traumjob suchst, findest du ihn vielleicht hier.

Arbeiten in Frankreich ohne Französischkenntnisse

Französische Sprachkenntnisse sind in bestimmten Branchen erforderlich oder erwünscht. Wie bereits erwähnt, kannst du aber auch Jobs in Frankreich finden, in denen du nicht unbedingt Französisch sprechen können musst. Es wäre jedoch von Vorteil, sich im Alltag verständigen zu können, wenn du ein wenig Französisch sprechen kannst. Du wirst die Sprache wahrscheinlich fast automatisch lernen, wenn du den ganzen Tag von ihr umgeben bist. Wenn du aber Französisch, Deutsch, Englisch und noch weitere Fremdsprachen sprichst, stehen dir viel mehr Türen offen.

Arbeiten in Frankreich für deutsche Firma

Natürlich gibt es auch in Frankreich deutschsprachige Arbeitsplätze in deutschen Unternehmen. Es ist wahrscheinlich, dass jemand, der fließend Deutsch spricht, auch in Frankreich gebraucht wird, wenn das französische Unternehmen eine Tochtergesellschaft eines deutschen Unternehmens ist. In der Regel werden Englisch oder gute Französischkenntnisse aber trotzdem vorausgesetzt, wenn es um eine kommunikationsstarke Tätigkeit geht.

Arbeiten in Frankreich, wohnen in Deutschland

Als Grenzgänger bezahlst du deine Steuern normalerweise im Wohnsitzstaat Frankreich. Steuerrechtlich gesehen bist du aber nur dann Grenzgänger, wenn du sowohl innerhalb einer definierten Grenzzone arbeitest und wohnst als auch jeden Tag an deinen Wohnort zurückkehrst.

Jobsuche in Frankreich

Jobanzeigen in Frankreich werden heute weniger in Zeitungen ausgeschrieben, so dass die digitale Jobsuche in Frankreich im Internet für dein deutsch-französisches Karrierenetzwerk mehr Sinn ergibt. 

Die lokalen Zweigstellen der nationalen Arbeitsagentur ANPE („Agence Locale pour l’Emploi“) sind nicht besonders nützlich, da du bereits in Frankreich wohnen musst, um dich dort zu melden. Du kannst jedoch das gesamte Stellenangebot online einsehen.

Die „Association pour l’Emploi des Cadres“ ist ein seriöses privates Arbeitsvermittlungsunternehmen mit einer starken Internetpräsenz. Du kannst auch den „Courrier Cadres“ abonnieren, der jede Woche Nachrichten über den Arbeitsmarkt und Stellenanzeigen liefert.

Im Allgemeinen sind private Anbieter, insbesondere Zeitarbeitsfirmen, zu einem festen Bestandteil der französischen Arbeitssuche geworden, auch wenn sie zunächst nur Zeitarbeitsverträge abgeschlossen haben. Mit den gewonnenen Kontakten ist es einfacher, eine feste Stelle zu finden.

Bewerbung in Frankreich

Es ist wichtig, dass das Anschreiben höflich und eher zurückhaltend ist, die richtige Anrede verwendet wird.

Der Lebenslauf kann ein Foto enthalten und sollte eine Seite nicht überschreiten. Er sollte auch in chronologischer oder umgekehrt chronologischer Reihenfolge geschrieben werden, neben den persönlichen Angaben auch Angaben zu Ausbildung, Berufserfahrung, Praktika, besonderen Kenntnissen (Sprachen, IT) und Sonstiges (Hobbys, außerberufliche Tätigkeiten, Veröffentlichungen) sowie Referenzen enthalten.

Es ist nicht üblich, Noten anzugeben. Wenn du es doch tust, müssen sie in das französische Notensystem umgewandelt werden, ebenso wie deine Abschlüsse und Berufsbezeichnungen. In einigen Fällen wird dem Lebenslauf auch ein Abschnitt „Karriereplanung“ vorangestellt, in dem die beruflichen Ziele aufgeführt sind.

Jobchancen in Frankreich

Die Arbeitslosigkeit ist in Frankreich etwas höher als in Deutschland, aber lass dich davon nicht abschrecken! Wenn du Qualifitaktionen im Maschinenbau, in der Chemie und Pharmazie, Fahrzeugtechnik oder dem Tourismus hast, gibt es in Frankreich viele offene Stellen für dich. Leider musst du oft deine  Französischkenntnisse nachweisen, um eine feste Stelle zu bekommen, denn die Franzosen sind dafür bekannt, dass sie weder Englisch noch Deutsch beherrschen.

Die Arbeitsagentur EURES oder die ZAV der Agentur für Arbeit führen Stellen in Frankreich auf. Über diese Adressen kann man sich auch über die Anerkennung von Qualifikationen und Abschlüssen informieren. Die Agence Nationale pour l’emploie (ANPE) steht für Beschäftigungsanfragen in Frankreich selbst zur Verfügung.

Arbeiten in Frankreich nach dem Abitur

Viele junge Menschen entscheiden sich, für eine begrenzte Zeit ins Ausland zu gehen und dort Erfahrungen zu sammeln. Nach dem Abitur wollen viele nach Frankreich, um dort entweder ein Gap Year zu machen, Farmarbeit, einen Ferienjob annehmen oder Work & Travel. Befristete Arbeitsverträge (contrat à durée) für soche Vorhaben gibt es zahlreiche. Die Zeit nach dem Abi ist für solche Abenteuer eine sehr geeignete Zeit, denn viele wissen nicht, was sie studieren sollen oder welche Ausbildung sie machen wollen. 

Diese Zeit kann im Ausland sinnvoll genutzt werden, um eine neue Kultur und Sprache kennenzulernen, ihre interkulturelle Kompetenz zu steigern und aus der eigenen Komfortzone herauszukommen und selbstbewusster zu werden. Wenn auch du deine Karriere in Frankreich boosten möchtest, kannst du hier vielleicht schon deinen nächsten Job finden und dein Abenteuer starten.

Warum in Frankreich studieren?

Studieren in Frankreich: Nach einem Auslandsaufenthalt in Frankreich, entscheiden sich viele Abiturienten auch dazu, in Frankreich zu bleiben und dort zu studieren, weil sie das Lebensgefühl dort kennen und lieben gelernt haben. Ein Studium in Frankreich ist aber meist auf Französisch, weshalb deine Sprachkenntnisse gut genug sein müssen, um dem Studium folgen zu können. Es gibt auch auch immer mehr englischsprachige Studiengänge

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Leben in Frankreich

Bei den Deutschen wird das Leben und Arbeiten in Frankreich immer beliebter. Auch der Kauf eines Zweitwohnsitzes in dem Land nimmt stetig zu. Das schöne Klima und die französische Kultur sind oft die entscheidenden Gründe für einen Umzug nach Frankreich. Außerdem ist Frankreich nah an der Heimat und es ist somit einfach, nach Hause zu fahren, um Freunde und Familie zu besuchen. 

Die Franzosen sind natürlich auch für ihre ausgezeichnete Küche und die Qualität ihrer Weine bekannt. Wer in diesem Land leben will, weiß wahrscheinlich schon, dass sich hier alles nur ums Essen dreht. Die Lebenshaltungskosten sind denen in Deutschland und Österreich sehr ähnlich, obwohl viele Produkte billiger sind. Das Leben und Arbeiten in Frankreich bietet also viele Vorteile!

Bankkonto eröffnen

Deine „Existenz“ in Frankreich hängt von deinem Bankkonto ab. Der „RIB“, oder „relevé d’identité bancaire„, wird dir in vielen Kopien ausgehändigt, sobald du ein Konto eröffnest. Er wird deinem Arbeitgeber ausgehändigt, wenn du ein Gehalt beziehst, und auch dein Vermieter oder Immobilienmakler benötigt ihn, bevor er den Vertrag unterschreibt. Ohne festen Wohnsitz in Frankreich darfst du übrigens kein Bankkonto eröffnen.

In Frankreich ist die Kreditkarte das beliebteste Zahlungsmittel, gefolgt von Schecks. Daueraufträge und Einzugsermächtigungen werden weniger häufig genutzt als in Deutschland. Beide sind oft gebührenpflichtig. Öffentliche Dienstleister verwenden den „TIP“ („Titre Interbancaire de Paiement“). Du unterschreibst ein Formular mit deiner Bankunterschrift, musst aber die Existenz deines Bankkontos mit dem „RIB“ nachweisen.

Hier gibt es einen bürokratischen Teufelskreis, der die Dinge erschwert. Es kann passieren, dass du mehrere Banken aufsuchen musst, damit dir ein Konto eröffnet wird. Ansonsten kannst du einen Freund oder Mitarbeiter bitten, dich zu seiner Bank zu begleiten und für dich zu bürgen.

Unterkunft in Frankreich

Das Arbeiten in Frankreich ist für viele ein Traum. Wenn du dich für einen Job im Ausland entscheidest, so kannst du erst einmal ein Airbnb mieten, damit du genug Zeit hast, die Gegend zu erkunden und das Viertel der Stadt zu finden, das am besten zu dir passt. 

Du hast einen Job in Frankreich gefunden? Bevor du einen Mietvertrag für eine Wohnung unterschreiben kannst, musst du über ein französisches Bankkonto verfügen. Jedoch musst du hierfür wiederum einen Wohnsitz im Land vorweisen können. Daher solltest du deinen zukünftigen Vermieter um eine vorläufige Bestätigung bitten, mit der du ein Konto eröffnen kannst. 

Wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten in Frankreich, sind auch die Mietpreise etwas teurer als in Deutschland. Vor allem die Mietpreise im Pariser Zentrum sind sehr hoch und etwa 20% höher als für eine Wohnung im Zentrum von Berlin. Für ein möbliertes Zimmer zahlst du etwa 650 € pro Monat. Eine möblierte 1-Zimmer-Wohnung im Zentrum kostet dich etwa 1290 €, während der Preis in einer Stadt wie Nancy nur etwa 300 € pro Monat beträgt. 

Wir haben hier einige Webseiten für dich aufgelistet, auf denen du mit etwas Glück vielleicht schon bald dein neues Zuhause für dein Leben in Frankreich findest. Oftmals gibt es auch gute Facebook Gruppen, wo du schnell ein geeignetes Zuhause für dein Leben im Ausland finden kannst.

Transport in Frankreich

Der öffentliche Nahverkehr in Frankreich ist genauso gut organisiert wie in Deutschland und Österreich, Du kannst problemlos mit dem Flugzeug, dem Zug oder dem Bus im Land herumreisen. Vor allem die Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly haben eine extrem gute Verbindung zum Rest der Welt. Mit EasyJet oder Air France bist du in weniger als zwei Stunden von Berlin in Paris. Der Preis für ein Flugticket von Deutschland nach Paris liegt im Durchschnitt bei 87 €.

Die Züge in Frankreich bieten auch gute Verbindungen innerhalb und außerhalb Frankreichs. Die TGV-Züge mit einer Geschwindigkeit von 300 km pro Stunde sind der nationale Stolz Frankreichs geworden. Mit dem TGV kannst du innerhalb von drei Stunden von Paris nach Bordeaux fahren. Der Fahrpreis ist wie in Deutschland je nach Klasse unterschiedlich. 

Der Gare du Nord ist der größte Bahnhof Europas und wickelt hauptsächlich den Verkehr von und nach Nordeuropa ab (über Thalys und Eurostar). Der Transport nach Südfrankreich wird über den Gare de Lyon abgewickelt.

Der Busverkehr in Frankreich ist etwas weniger gut organisiert als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die lokalen Verbindungen sind weniger häufig und zuverlässig und verkehren nur etwa zwei- bis dreimal am Tag.

Essen in Frankreich

Wenn du in Frankreich lebst wirst du schnell merken: Essen hat für die Franzosen einen unglaublich hohen Stellenwert. Frankreich hat seine eigene traditionelle Küche – sogar jede Provinz hat ihre eigenen Gerichte.

Im Nordwesten Frankreichs findest du zum Beispiel beurre (Butter) und crème fraiche (Sahne). Im Südosten werden mediterrane Produkte wie huile d’olive (Olivenöl) und herbes (Kräuter) angeboten. Im Südwesten gibt es foie gras (Stopfleber) und im Nordosten die lokalen Zutaten Deutschlands: bière (Bier), saucisse (Wurst) und sogar choucroute (Sauerkraut).

Bekannt ist Frankreich auch für seine frisch gebackenen Croissants zum Frühstück, hauchdünne Crêpes und wunderbare Gebäcke wie Crème brûlée, Macarons und Pain au chocolat.

Was die Preise angeht, so kostet eine gute Flasche Wein durchschnittlich 8 €, ein Bier maximal 2 € und ein Standardessen in einem Restaurant 15 €. Ein Espresso kostet durchschnittlich 2 €, ein Liter Milch 1 € und ein frisch gebackenes Brot (oder eine andere Leckerei!) aus der Bäckerei 1,50 €.

Nachtleben

Das Nachtleben in Frankreich ist sehr lebendig! Am späten Nachmittags kann es schon losgehen: Besuche eine Ausstellung, geh in einem Restaurant essen oder verweile bei einem Glas Wein auf einer Terrasse. Du hast die Wahl!

Als Clubgänger wirst du in Frankreich begeistert sein. Es ist kein Geheimnis, dass hier für jeden etwas dabei ist. Wenn du willst, kannst du bis zum frühen Morgen wach sein und Aufführungen und Konzerte besuchen oder einfach durchtanzen. Genieße die Musik – manchmal sogar unter dem Sternenhimmel!

Das Nachtleben lohnt sich nicht nur in Paris, sondern auch in anderen großen französischen Städten wie Bordeaux, Marseille, Montpellier, Nantes oder Biarritz. An den Flussufern findest du hippe Bars und auf den schönsten Rooftop-Bars mit einer tollen Atmosphäre kannst du leckere Cocktails schlürfen.

Im Sommer finden zahlreiche Feste und Veranstaltungen statt. An der Küste, in den Bergen und in verschiedenen Regionen ist immer was los. Von Pop, über Elektro, bis zu House, Jazz und sogar Klassik – es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auch in antiken Amphitheatern, an einem Sandstrand oder sogar auf einem Fischerboot gibt es Events.

Natur und Landschaft

Von allen westeuropäischen Ländern weist Frankreich die größte landschaftliche Vielfalt auf. Die Landschaft wechselt zwischen blühenden Lavendelfeldern, Olivenhainen, weißen Stränden und atemberaubenden Klippen, die einem Ausblick in tiefe Schluchten oder auf das glitzernde Mittelmeer gewähren. Sogar schneebedeckte Berge und gut erhaltene römische Ruinen hat das Land zu bieten. 

Wo die Rhone ins Meer fließt, finden Naturliebhaber ein interessantes Ökosystem vor: Von rosa Flamingos über weiße Pferde bis hin zu schwarzen Stieren gibt es hier eine Vielfalt an Arten zu bestaunen. Wer Lust auf ein ganz besonderes Naturerlebnis hat und zusehen möchte, wie sich azurblaues Wasser an hellen Felsen entlang schlängelt, der sollte dem epischen Verdon Gorges einen Besuch abstatten. Dieser wird auch als europäischer Grand Canyon bezeichnet. Wie du siehst, bietet dir das Leben in Frankreich Natur pur!

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Top Sehenswürdigkeiten in Frankreich

Paris

Ein Abstecher in die französische Hauptstadt Paris ist natürlich obligatorisch, wenn du einen Job in Frankreich hast. Paris ist auch als „Stadt der Liebe“ bekannt und Frankreichs wichtigste Touristenattraktion. Jedes Jahr zieht die Stadt viele Millionen Touristen an, die ihre zahlreichen Attraktionen besuchen. 

Die unverwechselbare Architektur der Stadt verfügt über einige ganz besondere Highlights wie den imposanten Arc de Triomphe am Ende der glamourösen Champs-Élysées, die Notre Dame Kathedrale, die ikonischen Pyramide des Louvre und natürlich nicht zu vergessen, das berühmt-berüchtigte Wahrzeichen Frankreichs: der Eiffelturm. Erst einmal oben auf der Aussichtsplattform über den Dächern von Paris angekommen eröffnet sich einem das bewundernswerte Panorama der Stadt und bei Nacht ein wunderschönes Lichtermeer.

Egal ob du dich also für einen Ferienjob in Paris oder in einer anderen Stadt Frankreichs entscheidest; du solltest definitiv einmal die eleganten Boulevards der Hauptstadt entlangschlendern, die klassischen Bistros und Boutiquen besuchen oder einen Abstecher in die vielen Weinbars und Kunstgalerien machen. 

Côte d’Azur

Die sonnenverwöhnte Region Provence-Alpes-Côte d’Azur ist eines der beliebtesten Urlaubsziele Frankreichs und verführt und begeistert alle Abenteuerlustigen unter uns. Neben den Städten Nizza, Marseille und Monaco kannst du dort auch in malerischen Dörfern durch kleine Gassen schlendern, wo du dich auf turbulenten Wochenmärkten wieder findest und bunte Stände durchstöberst, auf denen es leckere provenzalische Köstlichkeiten wie sonnengereifte Aprikosen, Oliven, Gebäck und Wein zu ergattern gibt. Teile der Region waren lange Zeit im Besitz der Römer. Der Pont du Gard und das alte Theater von Orange sind schöne Überbleibsel davon. Das Hinterland von Provence-Alpes-Côte d’Azur ist bekannt für seine herrlich duftenden Lavendelfelder, somit findest du hier viele Produkte aus dem blauen Gold Frankreichs.

Louvre

Der Louvre ist eines der berühmtesten Museen der Welt. Jedes Jahr zieht das Museum mehr als 8 Millionen Besucher an. Einige der berühmtesten Kunstwerke der Geschichte sind im Louvre ausgestellt. Die Mona Lisa von Leonardo da Vinci ist so ziemlich das berühmteste Gemälde des Louvre. Seit 2012 befindet sich ein Anbau des Louvre außerhalb der Stadt Lens. Einige der Meisterwerke des Museums werden hier im Wechsel ausgestellt.

Weinregionen

Bist du ein Weinliebhaber? Dann wird dir das Leben in Frankreich richtig gefallen. Dort finden sich viele bekannte Weinregionen wie das Beaujolais, Bordeaux, Burgund, die Champagne, die Côtes du Rhône, das Elsass und die Provence. Insgesamt gibt es in Frankreich vierzehn verschiedene Weinregionen, die in mehrere Bezirke unterteilt sind, die alle ihren eigenen Wein herstellen. Jede Region hat auch ihren eigenen Geschmack und Charakter. Bei den verschiedenen Winzern in Frankreich ist es in der Regel möglich, den lokalen Wein zu verkosten und zu kaufen.

Disneyland Paris

Wer kennt das Disneyland nicht? Mickey, Goofy und Donald Duck. Wenige Kilometer außerhalb der Stadt Paris liegt der größte Freizeitpark Europas: Disneyland Paris. Der Park wurde 1992 unter dem Namen Euro Disney eröffnet. Seit 2002 besteht der Park, nach der Eröffnung der Walt Disney Studios, aus zwei Teilen. Disneyland Paris besteht aus fünf verschiedenen Themenbereichen: Main Street USA, Frontierland, Adventureland, Fantasyland und Discoveryland. Die bekannteste Achterbahn des Parks ist natürlich Space Mountain. Der Höhepunkt eines Besuchs im Disneyland Paris ist die Parade, die jeden Tag auf der Main Street USA stattfindet.

Bretagne & Normandie

In den beiden vom Wind geprägten Regionen Bretagne und Normandie kommen vor allem Outdoor- und Geschichtsfreunde auf ihre Kosten. Dort kannst du wunderbar entlang den dramatischen Klippen und Küsten wandern und die von Legenden geprägten Sehenswürdigkeiten und historischen Stätten bewundern. Sehenswert sind vor allem die sich scheinbar ins Unendliche erstreckenden Friedhöfe und Denkmäler entlang der D-Day Strände sowie die mysteriöse Klosterinsel Mont Saint-Michel, zu der man am ehesten barfuß durch den Sand gelangt. Danach belohnt man sich am besten mit den kulinarischen Spezialitäten Frankreichs wie frischem Fisch und Meeresfrüchten, Camembert, bretonischem Cidre und köstlichen Crêpes zum Nachtisch.

Gesundheitswesen in Frankreich

Frankreich verfügt über ein hochwertiges und gut ausgebautes Gesundheitssystem, das eine sehr hohe Qualität und gute Dienstleistungen bietet und sehr zugänglich ist. Die Krankenversicherung ist nicht unbedingt obligatorisch, aber du hast ein Recht darauf, wenn du einen Job in Frankreich hast.

Beim Arbeiten in Frankreich bist du über deinen Arbeitgeber versichert und es werden dir etwa 5,5 Prozent deines monatlichen Gehalts abgezogen. Du darfst deinen Hausarzt (médecin traitant) selbst wählen. Weil es in Frankreich eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsmanagement und den Krankenhäusern gibt, musst du eigentlich nie lange auf einen Termin warten. Das System ist sehr effizient; es gibt kaum Wartelisten für Operationen, unabhängig von Größe und Schweregrad.

Wenn du nicht in der Lage bist, die Krankenversicherung selbst zu bezahlen, stellt die Regierung eine kostenlose Krankenversicherung aus. Diese Krankenversicherung wird durch Steuern finanziert, ist aber hauptsächlich für chronisch oder schwer kranke Menschen gedacht.

Visum & Reiseversicherung

Bist du fürs Leben und Arbeiten in Frankreich bereit? Wenn du dieses Land für dein nächstes Abenteuer gewählt hast, haben wir gute Neuigkeiten für dich: Da Frankreich ein Mitglied der Europäischen Union ist, brauchst du als EU-Bürger kein Visum für das Leben in Frankreich. 

Wenn du jedoch länger als 3 Monate in Frankreich leben und arbeiten möchtest, solltest du eine Carte de Séjour (Aufenthaltserlaubnis) bei der örtlichen Polizeistelle oder im Rathaus beantragen. Diese ist zwar keine Pflicht, vereinfacht aber das Leben in Frankreich. Die Carte de Séjour ist für 5 Jahre gültig und um eine Verlängerung musst du dich 2 Monate vor Ablauf kümmern.  

Dafür brauchst du: 

  • gültiger Ausweis
  • Wohnsitznachweis
  • 3 Passfotos
  • Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers
 

Sicherheit in Frankreich

Derzeit gibt es keine besonderen Sicherheitsrisiken für Reisen nach Frankreich. Das Land ist wie Deutschland, Österreich und die Schweiz nicht gefährlich und wenn du einen Job in Frankreich hast, musst du dir keine Sorgen um deine Sicherheit machen.

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